1949: Neugründung des Zollern-Schalksburg-Gau

Das Vereinsleben nahm, auch noch unter dem Dach des SVH, Stück für Stück seinen seit Jahrzehnten, wenn auch durch den Krieg unterbrochenen, gewohnten Lauf: Weihnachtsfeiern mit Theaterstücken wurden vorbereitet und Vorstandssitzungen fanden statt. Bereits am 04. Dezember 1949 hatte man sich im Sportheim Ebingen zur Neugründung des Zollern- Schalksburg-Gaus getroffen. Auch eine Hechinger Delegation war dabei.
Bei vorzeigbaren Erfolgen und erfreulichem Zulauf regten sich aber bald erste Stimmen, selbstständig zu werden. Schon gegen Ende des Jahres 1949 zeichneten sich hierfür die ersten Vorboten ab.

Zunächst galt es aber, für den Turnsport vor Ort zu werben, das Schauturnen war dafür der beste Weg. Die Stuttgarter Kunstriege kam 1949 mit prominenten Namen wie Erich und Theo Wied, Eugen Göggel und anderen.

Die 50er Jahre 1950/51: Wiedergründung des Turnvereins

Es war also nur noch eine Frage der Zeit, ehe man mit den Eigenständigkeitsbestrebungen Erfolg hatte. Und 1950/51 war es dann soweit. Tennis, Ski und Fußball gründeten eigene Vereine, der Sportverein löste sich zum Jahresende 1950 auf, ein Vorgang, dem damals keiner eine Träne nachweinte.

Seit der ersten Jahresversammlung der Turner im April 1950 hatte die Abteilungsleitung den Auftrag, den eigenen Verein vorzubereiten. Zunächst hing es noch an der Neugründung eines Dachverbandes, des Deutschen Turnerbundes in der Nachfolge der Deutschen Turnerschaft. Als dieses Problem gelöst war, und die Alliierten dem auch zustimmten, schritt man zur 3. Gründerversammlung in der Vereinsgeschichte. Ort der Handlung war wieder die „Germania“:

„Uns Turnern und Handballern blieb es vorbehalten, gemäß provisorischer Abstimmung der Jahreshauptversammlung 1950 und laut Beschluss die heikle Frage der Auflösung des allgemeinen „Sportvereins Hechingen“ aufzuwerfen. Im ersten Moment kann dies als ein verwerfliches Unterfangen erscheinen. Die genaue Kenntnis der damaligen Situation und der Verhältnisse der einzelnen Sportdisziplinen untereinander rechtfertigte diesen gewagten Schritt jedoch vollauf als einzige Möglichkeit, auf dem richtigen Weg zu bleiben. Zudem ist es fast undenkbar, dass bei einem Stadtverein, speziell in Hechingen, die Interessen des Fußballers, Handballers, der Leichtathleten, Tennisspieler und des Turners unter einer Gesamtheit zu allseitiger Zufriedenheit gewahrt werden können.“ (Protokoll 14.03.1951)

Die Auflösung des Sportvereins war eindeutig auf betreiben der Turner zustande gekommen und diese hatten wohl ein schlechtes Gewissen, wenn auch die Sparten Fußball, Tennis und Ski mit der eigenen Vereinsgründung dann früher dran waren als die Turner und Handballer.

„Äußerer Rahmen der Wiedergründung am Mittwochabend war bei der zahlreich besuchten Versammlung im Gasthaus „Germania“ die Büste des Turnvater Jahn vor der alten schwarz-rot-goldenen Turnerfahne, die Turnbilder und Siegerkränze der früheren Zeiten, ihr innerer Gehalt der einer freudig begeisterten Hingabe an die Turnerei und kameradschaftliche Einigkeit.“ (HZ, 16.03.1951)