1946:
Ende 1946 entstand so ein Gesamtsportverein, in dem Fritz Bayer und Oberturnwart Friedrich Sperandio die Aktiven in der Abteilung „Gymnastik und Körperschulung“ waren. Der Verdienst dieser Jahre gebührt eindeutig Fritz Bayer und Friedrich Sperandio. Letzterer hatte als Oberturnwart bereits 1946 mit zwei oder drei Turnbegeisterten einen primitiven Turnbetrieb in seinem eigenen Hausgarten durchgeführt. Ein ausgedientes Turnreck und ein alter Barren wurden aufgestellt (wohl nicht mit Wissen der Militärregierung, denn Geräteturnen wurde erst 1949 erlaubt). Der Turnbetrieb nahm langsam wieder zu, es wurden weitere Turnstunden eingerichtet, später auch am Sonntagmorgen. Die ganze Sache musste aber unter dem Namen „Gymnastik“ laufen. Als solches wurden die Turner bei der Gründung des Sportvereins Hechingen Ende 1946 in diesen aufgenommen. Die unmittelbaren Nachkriegsjahre standen in sportlicher Hinsicht ganz im Zeichen des auf alliierte Anordnung hin geschaffenen SV Hechingen:

„Die Sportler von Hechingen sind dem Ruf zur Gründung eines Sportvereins sehr zahlreich gefolgt. Über 100 Personen füllen die „Ratsstube“. Im Auftrag der Gründungsmitglieder leitete Adolf Holzmann die Versammlung. Er begrüßte im Besonderen den Vertreter der französischen Militärregierung, Oberleutnant Schneider, Tübingen und Bürgermeister Fritz, Hechingen. Dem neuen Verein wurde einstimmig der Name „Sportverein Hechingen“ gegeben. Die vorgelegten Satzungen sind ohne Widerspruch angenommen worden. Der Sportverein Hechingen setzt sich aus folgenden Abteilungen zusammen: Leichtathletik, Fußball, Handball, Tennis, Schwimmen, Skilauf, Gymnastik und Körperschule. Bei der sich anschließenden Wahl für den Vereinsausschuss wurden gewählt: Leichtathletik - Josef Kanz, Fußball – Wolfgang Wallishauser, Handball - Willy Fischer, Tennis - Dr. Kinkel, Skilauf - Albert Beuter, Schwimmen - Heinrich Lanz, Gymnastik und Körperschule - Friedrich Sperandio.....“ (Schwäbisches Tagblatt, 07.06.1946)

1947/48:
Im März 1947 fand die erste Mitgliederversammlung des SV Hechingen statt, bei der nicht nur eine Tischtennisabteilung ins Leben gerufen wurde, sondern auch eine Damenfußballmannschaft. Bereits am 1. Mai trat sie bei einer Sportveranstaltung für die Opfer des Faschismus als Spielgemeinschaft Hechingen/Starzeln gegen ein Team aus Trillfi ngen an und gewann 4:2.
Wenig später wurden erstmals auch die Leichtathleten bei einem Kreissportfest in Rangendingen aktiv.
Es ist hier nicht der Platz, die Geschichte des SV Hechingen eingehend zu untersuchen, aber unzweifelhaft ist, dass in diesem Verein, der für Viele in seiner Gesamtheit nur ein „Kunstgebilde“ blieb, letztlich jedoch gute, sportliche Arbeit geleistet wurde.
Somit konnten sich auch die Erfolge fast aller Abteilungen sehen lassen. So stiegen z. B. die Fußballer in die höchste Klasse, die Zonenliga Süd, auf. Dies trug nicht unerheblich zum Eigenverständnis und zum Selbstbewusstsein der verschiedenen Sportarten bei. So wurde etwa bei einer Sitzung 1948 nicht nur die immer noch im Argen liegende Sportplatzfrage angesprochen, sondern auch die sportliche Seite:

„Besonders die Abteilung Gymnastik und Körperschule, zu der sich mit Beginn des Jahres das Turnen gesellte, hat einen erfreulichen Aufschwung zu verzeichnen.“ (Schwäbisches Tagblatt, 27.04.1948)