1811 bis 1849: Erste Wurzeln

Trotz der Revolutionswirren der Jahre 1848/49 wagten einige Unentwegte im Sommer 1849 einen Turnverein zu gründen. Die Verbindung zwischen Turnern und Demokraten war aber mancherorts zu eng, als dass sich das Turnen nach der Niederschlagung der Revolution hätte halten können. Der in Sigmaringen 1848 gegründete Turnverein galt als „Stoßtrupp“ der Demokraten, der die Jugend für die revolutionären Ideen zu begeistern suchte und dadurch bei den Regierenden in schlechten Ruf geriet. Auch, da die Sigmaringer Turner die „rote Fahne“ hissten. Ob auch der Hechinger Versuch mit dieser politischen Richtung geplant war, ist nicht bekannt, man war vergleichsweise spät dran, die Wogen der Revolution waren bereits am Verebben. Denn schon am 6. August 1849 waren die preußischen Truppen in Hechingen eingerückt und wenige Tage später hatte die Landesregierung das Tragen von roten Kokarden, Federn und dergleichen verboten. Nichtsdestotrotz blieb der demokratische Turnvereinsgedanke jener Jahre in den bürgerlichen Kreisen erhalten.

 Die Geschichte der alten Fahne

Die alte Fahne

Anlässlich des 20-jährigen Vereinsjubiläums des TV Hechingen, veröffentlichten die Hohenzollerischen Blätter am 13. August 1904 die Geschichte der Märzenfahne. Dazu stellte der damalige TVH-Vorsitzende, Reallehrer Rumpel für die Mitgliederversammlung im Jahre 1923 die Geschichte nochmal zusammen:

„In der Revolutionszeit Süddeutschlands im Frühjahr 1848 entstanden in allen Ortschaften des Fürstentums Hohenzollern-Hechingen sogenannte Märzvereine mit eigenen Fahnen. Die einzelnen Ortsvereine taten sich nun zusammen unter dem Namen „Gesamtmärzverein“, der ebenfalls eine Fahne beschaffte in den Farben Schwarz-Gelb-Rot. Die eine Seite der Fahne trug die Aufschrift „Gesamtmärzverein“. Die andere zeigte den doppelköpfigen Reichsadler. Die Fahne wurde zum ersten Mal benutzt bei einer Volksversammlung auf dem langen Rain unterhalb des Zollern im Jahre 1849.“